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Wir sind Glinicke

„Wir sind Glinicke“, unter diesem Slogan und mit etlichen Umstrukturierungen will sich die Glinicke-Gruppe der Krise im Auto-Geschäft entgegen stemmen. Denn im Jahr eins nach der Abwrackprämie, die der Autohandelsgruppe mit Betrieben in Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent in diesem Jahr bescheren wird (2008: 350 Millionen Euro), ist mit Geschäftseinbrüchen zu rechnen. In Deutschland sollen 30.000 Jobs im Bereich des Automobilhandels laut Studie der Unternehmensberatung Roland Berger auf dem Spiel stehen. Bei der Glinicke-Gruppe mit etwa 400 Beschäftigten in sechs nordhessischen Betrieben soll nicht ein einziger Mitarbeiter entlassen werden.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Florian Glinicke, der gemeinsam mit Vater Peter Glinicke den Kopf der Gruppe bildet. Schon zu Beginn des Jahres habe man sich der Hilfe der „Dekra Consulting“ bedient, die seit Jahren speziell den Automobil-Handel berät. Die neue Struktur sieht eine neue Markenunabhängige, regionale Führungsebenen vor. Auch in der Kommunikation soll die Marke Glinicke mit einem einheitlichen Auftritt gestärkt werden. Nicht Volkswagen. Audi, Skoda, Porsche, Seat, Jaguar, LandRover oder Peugeot stehen im Mittelpunkt, sondern das traditionelle Familienunternehmen das in dritter Generation von seinen Inhabern geführt wird.

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Gefühl stärken

In die Offensive der Gruppe ist die Belegschaft eng eingebunden worden. „Schließlich geht es vor allem darum, unser Wir-Gefühl zu stärken“, sagt Florian Glinicke. Besonders positiv sieht er in diesem Zusammenhang auch den Haustarifvertrag, der nach dem Austritt aus der Innung vor zwei Jahren nun zum Abschluss gekommen sei. Ganz neu sei dabei, dass die Mitarbeiter am Erfolg zu beteiligen. „Damit“, sagt Peter Glinicke, „läuten wir eine neue Ära ein.“ In schlechten Zeiten müsse eben auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet werden – die Beteiligung am Ertrag eines einzelnen Betriebes würde jedoch eine ganz neue Mitarbeiter-Motivation bringen. „Und ohne Mitarbeiter können wir den Kampf gegen die Krise nicht gewinnen“, unterstreicht Florian Glinicke.

Gerüchte, dass es schlecht um die Glinicke-Gruppe aussehe, konnte Finanzleiter Ralf Schaub ausräumen: „Die Gruppe ist, war und bleibt potent.“ Fehler einzelner Geschäftsführer hätten jedoch die Umsätze in Baunatal und bei Porsche negativ beeinflusst, das Audi-Zentrum musste wegen Restwert-Forderungen des Herstellers bei Leasing-Fahrzeugen weit über dem Marktwert Federn lassen. Trotz der Sorgenkinder, die laut Regionalleiter Carsten Bachmann wieder auf einem guten Weg seien, unterstreicht Schaub: „Die Glinicke-Gruppe verdient Geld.“

Bei gruppenweit 1000 Werkstattkunden am Tag sowie einem jährlichen Absatz von 20.000 Fahrzeugen (neu und gebraucht im Jahr) rechnet Firmenchef Florian Glinicke im schlimmsten Fall mit einer Absatzeinbuße von 25 Prozent im Jahr 2010. „Wir sind für das schwere Jahr gerüstet, Standorte und Arbeitsplätze sind sicher“, verspricht Florian Glinicke.

Region Hessen

Die neue Struktur der Glinicke-Gruppe sieht eine Marken-unabhängige Aufteilung in die Regionen Hessen, Westfalen und Thüringen vor. Eine Ausnahme bilden die Porsche-Zentren in Erfurt, Kassel und Bielefeld, die Geschäftsführer Florian Glinicke direkt unterstellt sind. Als Regionalleiter Hessen betreut Carsten Bachmann die Betriebe Hessenkassel, VW-Zentrum Königstor, Audi-Zentrum, die Baunataler Aktivitäten sowie Peugeot, Jaguar und LandRover.

Finanzen & Controlling

Unter dem Dach der Glinicke Dienstleistungs GmbH sind die Funktionen Finanzen, Controlling, Finanzbuchhaltung, Personal, EDV, Disposition, Zentraleinkauf und Kommunikation zusammengefasst worden. Verantwortlich für den Bereich Finanzen ist Ralf Schaub, der nach zwei Jahren in einem anderen Unternehmen zu Glinicke zurückgekehrt ist.

Generationswechsel

Mit der neuen Struktur geht auch eine Regelung der Unternehmens Nachfolge einher. Sie sieht vor, dass Peter Glinicke (76) und Florian Glinicke (38) die Gruppe zunächst gemeinsam leiten. In den kommenden beiden Jahren soll die Verantwortung immer stärker auf Florian Glinicke übergehen, so dass sich der Seniorchef bis Ende 2011 komplett aus dem operativen Geschäft zurückziehen kann. „Damit haben wir die Weichen gestellt“, freut sich Peter Glinicke.

Von Victor Deutsch - www.extratip.de

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